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Epilepsiekranke Männer

1867 gründete die Innere Mission in der Amtsgemeinde Gadderbaum ein kleines Heim für epilepsiekranke Männer, die "Rheinisch-westfälische Anstalt für Epileptische“. Als Pastor Friedrich v. Bodelschwingh 1872 die Leitung übernahm, war er gleichzeitig Vorsteher des Westfälischen Diakonissenhauses. Er konnte durchsetzen, daß der Neubau des Diakonissenmutterhauses nicht in Bielefeld, sondern neben die Anstalt errichtet wurde, in die er zukünfig auch Frauen und Mädchen aufnehmen wollte und deshalb weibliches Pflegepersonal benötigte. Auch die Anstalt selbst erhielt ein neues Gebäude. Er nannte es nach dem biblischen Ort Bethel – zu Deutsch: "Haus Gottes". Das Diakonissenhaus bekam den Namen Sarepta. In der Zukunft weitete sich die Anstalt schnell aus – viele andere Häuser mit biblische Namen wurden erbaut – unter ihnen das

[Haus Arafna].


Erhebliche Todeskandidaten

69 Jahre später, am 20.11.1941, schrieb Dr. Friedrich Menneke um 20.30 Uhr an seine Frau:

Mein liebes Putteli!

Wieder ist ein harter Arbeitstag zu Ende. Ich sitze hier allein in meinem Hotel und habe soeben zum Abendessen gekochten Kabeljau mit Salzkartoffeln und Senf-Sauce zu mir genommen. Jetzt leiste ich mir 1/2 Flasche, "1934er Crettnacher Eucharienberg" von den Ufern der Saar...
Die heutige Arbeit ging wieder ziemlich flott. Das "Haus Arafna" mit 68 Insassen ist fertig geworden, von denen ich 34 gemacht habe. Es handelt sich um diejenigen Kranken, die in dem Haus "Klein-Bethel" den Bombenhagel über sich ergehen ließen - Du kennst das Haus "Klein-Bethel" von außen – und die jetzt nach "Arafna" umgezogen sind. Meine heutige Arbeit erstreckte sich also auf erhebliche Todeskandidaten...und nimm innigste Pa-Küßli's von
Deinem treuen Fritz. Auch an die Eltern herzlichste Grüße!


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Haus Arafna für [Haus Arafna]

Der Brief des Friedrich Mennecke an seine Frau führte uns zu dem Namen Haus Arafna. [Haus Arafna] steht für uns in diesem Zusammenhang als Sinnbild für unseren Themenbereich, der darum kreist, den Abgrund, den Morast des menschlichen Gemüts auszuloten. Das Gebäude als solches steht für den Blick unter die Oberfläche – das Horchen an der Wand, den Blick durch das Schlüsselloch – mit dem Wissen, daß die Wahrheit in vielen Fällen im Verborgenen liegt und nach ihr gesucht werden muß. Wir hoffen den Hörer als kleines Licht auf seiner eigenen Suche zu begleiten, sei es als Freund, Geliebter, Ankläger, Verführer, Komiker oder vielleicht nur als Tanzpartner...here we go.


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Weiterführende Schriften:

Bethel läßt sich im Internet unter [Bethel Historisch] erkunden.

Briefwechsel zwischen Dr. Friedrich Mennecke und seiner Frau sind in dem Buch [Friedrich Mennecke. Innenansichten eines medizinischen Täters im Nationalsozialismus. Eine Edition seiner Briefe 1935-1945 von Peter Chroust] nachzulesen.


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